Penisverkrümmung (IPP): Ursachen, Symptome & Behandlung
Was ist eine Penisverkrümmung?
Die Induratio Penis Plastica (IPP), auch Peyronie-Krankheit genannt, ist eine gutartige, aber für viele Männer stark belastende Bindegewebserkrankung des Penis. Sie führt zu einer sichtbaren oder tastbaren Verkrümmung des erigierten Gliedes, oft begleitet von Schmerzen und Erektionsstörungen.
Es gibt zwei Formen einer Penisverkrümmung:
Angeborene Penisverkrümmung
Diese Form besteht bereits von Geburt an und zeigt sich häufig in der Pubertät, wenn der Junge zum ersten Mal Erektionen erlebt. Ursache ist meist eine asymmetrische Entwicklung der Schwellkörper und ist nicht durch Narben oder eine Erkrankung bedingt. Die Krümmung bleibt in der Regel konstant und ist nicht mit Schmerzen verbunden. Sie ist nicht auf eine IPP zurückzuführen und hat auch nichts mit den entzündlichen Prozessen der Erkrankung zu tun. In einigen Fällen ist eine operative Korrektur möglich, wenn die Verkrümmung die Sexualfunktion beeinträchtigt. Diese Art der Penisverkrümmung ist selten. Schätzungen gehen davon aus, dass etwa 0,5–1 % der Männer betroffen sind.
Erworbene Penisverkrümmung (IPP)
Diese entsteht im Laufe des Lebens, meist zwischen dem 40. und 70. Lebensjahr, durch krankhafte Veränderungen im Bindegewebe des Penis. Kleinste Verletzungen, sogenannte Mikrotraumen, führen zu einer übermäßigen Narbenbildung im Bereich des Schwellkörpers. Dort entstehen feste, nicht elastische Plaques, die eine Verformung und Verkürzung des Penis verursachen. Diese Form der Verkrümmung ist häufig schmerzhaft, kann fortschreiten und beeinträchtigt nicht nur die Sexualität, sondern auch das psychische Wohlbefinden massiv. Die IPP betrifft schätzungsweise 3–9 % aller Männer im Laufe ihres Lebens, mit einem Häufigkeitsgipfel zwischen dem 50. und 60. Lebensjahr. Die Dunkelziffer ist hoch, da viele Betroffene aus Scham keine ärztliche Hilfe suchen.
Ursachen: Wie entsteht eine IPP oder Penisverkrümmung?
Die genauen Auslöser der IPP sind noch nicht vollständig geklärt, aber in den meisten Fällen spielt eine Kombination aus mechanischer Überbelastung und individueller Gewebereaktion eine zentrale Rolle.
Mikrotraumen beim Geschlechtsverkehr
Als Hauptursache gelten wiederholte, feine Verletzungen des Schwellkörpergewebes, sogenannte Mikrotraumen. Diese entstehen oft unbemerkt beim Geschlechtsverkehr, zum Beispiel durch abrupte Bewegungen oder übermäßige Biegung des Penis. In der Folge kommt es zu entzündlichen Prozessen, bei denen sich Narbengewebe bildet. Dieses verhärtete Gewebe, auch als Plaques bezeichnet, führt schließlich zu einer ungleichmäßigen Aufrichtung und sichtbaren Verkrümmung des Penis im erigierten Zustand.
Weitere Risikofaktoren der Penisverkrümmung
Neben diesen mechanischen Auslösern gibt es zusätzliche Faktoren, die das Risiko einer IPP erhöhen können:
- Diabetes mellitus: beeinträchtigt die Wundheilung und fördert chronische Entzündungen
- Rauchen: verschlechtert die Durchblutung und die Regeneration des Gewebes
- Familiäre Vorbelastung: z. B. durch Bindegewebserkrankungen wie die Dupuytren-Kontraktur
- Individuelle Bindegewebsschwäche: manche Männer neigen genetisch bedingt zu überschießender Narbenbildung (Fibroseneigung)
Symptome: Woran erkennt man eine IPP?
Die Beschwerden bei IPP entwickeln sich meist schleichend, können aber auch ganz plötzlich auftreten. Typisch ist, dass sich die Symptome in zwei klar unterscheidbare Phasen, mit jeweils unterschiedlichen Auswirkungen auf Schmerzempfinden, Penismorphologie und Sexualfunktion, gliedern lassen.
Akute Phase der IPP
- Schmerzen bei Erektion
- Veränderung der Penisform (z. B. 30° Krümmung nach oben/unten)
- Tastbare Knoten oder Verhärtungen im Schwellkörper
- Verkürzung des Penis
Stabile Phase der IPP
- Schmerzen nehmen ab
- Krümmung bleibt bestehen
- Mögliche Erektionsstörungen
IPP: Auswirkungen auf die Sexualität
- Schwierigkeiten beim Geschlechtsverkehr
- Angst, Scham oder Partnerschaftsprobleme
- Vermeidung von Intimität
Bildquelle: Erstellt mit Unterstützung von KI © Urologie Bergmann Esslingen
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Verlauf: Bleibt eine Penisverkrümmung dauerhaft?
Wie sich eine IPP entwickelt, hängt stark von der Phase der Erkrankung ab. Typischerweise durchläuft sie zwei Stadien, die sowohl den Krankheitsverlauf als auch die therapeutischen Möglichkeiten maßgeblich beeinflussen.
- Akutphase (aktiv, 6–18 Monate): Entzündung, Schmerz, zunehmende Veränderung
- Stabile Phase (chronifiziert): Keine Schmerzveränderung mehr, aber dauerhafte Krümmung
Eine Spontanheilung ist möglich, aber selten (ca. 5–13 %). Ohne Behandlung bleibt die Verkrümmung meist bestehen oder verschlechtert sich.
Diagnose: Wie wird IPP beim Urologen festgestellt?
- Klinische Untersuchung (Tastbefund)
- Ultraschall mit Farbdoppler (Nachweis von Plaques, Durchblutungsstörung)
- Fotodokumentation im erigierten Zustand (z. B. mit Erektionsmedikamenten erzeugt)
- Abgrenzung zu anderen Ursachen (z. B. angeborene Krümmung, Peniskrebs)
Behandlungsmöglichkeiten einer IPP
Ausführliche Infos finden Sie auf den spezialisierten Seiten zu unseren urologischen Leistungen.
Stoßwellentherapie (ESWT) bei IPP
- Beginn der Therapie in der aktiven Phase
- nicht-invasiv, schmerzarm
- Ziel: Schmerzlinderung ab 1. Sitzung, Plaqueverminderung nach 8–12 Wochen
- teilweise Aufrichtung bei leichter Krümmung (10–15°)
PRP-/ACP-Therapie (Plättchenreiches Plasma)
- aus Eigenblut gewonnen, wird in oder um die Plaques gespritzt
- reich an Wachstumsfaktoren
- Entzündungshemmung & Regeneration des Gewebes
Kombinationstherapie (ESWT + PRP)
- wissenschaftlich sinnvoll bei chronischen Formen
- abwechselnde Anwendung im Wochenrhythmus
- Ziel: Schmerzlinderung, Plaqueblockierung, Erektionsverbesserung
Operation einer IPP
- wird erst in der chronifizierten Phase durchgeführt
- nur bei stabiler, starker Krümmung > 30°
- wird bei Versagen konservativer Therapien empfohlen
- geht meist mit Penisverkürzung einher, kann Durchblutungsstörungen im Schwellkörper verursachen, die zu Erektionsstörungen führen
Ergänzend: Beckenbodentraining zur Unterstützung der Sexualfunktion
Gerade bei Patienten mit IPP, die zusätzlich unter Erektionsstörungen leiden oder ihre Blutzirkulation im Beckenbereich gezielt stärken möchten, kann ein spezielles Beckenbodentraining sinnvoll sein. In unserer urologischen Praxis in Esslingen setzen wir dabei auf den innovativen PelviChair, als kontaktfreie Methode zur Aktivierung der tiefen Beckenbodenmuskulatur. Das Training kann unterstützend zur IPP-Therapie angewendet werden, insbesondere in Kombination mit ESWT oder PRP.
Leben mit IPP: Psychische & sexuelle Belastungen
Eine IPP betrifft nicht nur den Körper, sie wirkt sich oft tief auf das Selbstbild und das sexuelle Erleben aus. Viele Männer empfinden Scham, Unsicherheit oder das Gefühl, in ihrer Männlichkeit eingeschränkt zu sein. Partnerschaftliche Spannungen, der Rückzug aus der Intimität oder Angst vor Ablehnung sind keine Seltenheit. In unserer Praxis nehmen wir diese Themen ernst. Wir beraten Sie empathisch, diskret und mit der nötigen medizinischen Erfahrung.
Wann sollte man wegen einer IPP zum Urologen?
Viele Männer zögern lange, bevor sie medizinischen Rat suchen – aus Scham oder der Hoffnung, dass sich die Symptome von selbst bessern. Dabei ist eine frühzeitige Abklärung entscheidend, um den Verlauf der Erkrankung positiv zu beeinflussen und Folgeprobleme zu vermeiden.
Sie sollten unbedingt einen Urologen aufsuchen bei:
- einer plötzlichen Veränderung der Penisform
- Schmerzen oder tastbaren Verhärtungen im Schwellkörper
- Erektionsstörungen oder Unsicherheit bezüglich Ihrer Sexualfunktion
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FAQ
Häufige Fragen
Hier finden Sie Antworten auf häufig gestellte Fragen rund um Inkontinenz.
Eine IPP macht sich meist durch Schmerzen bei der Erektion, tastbare Verhärtungen (Plaques) im Penis und eine sichtbare Krümmung im erigierten Zustand bemerkbar. Häufig berichten Patienten auch von einer Verkürzung oder Verdrehung des Gliedes.
Eine vollständige Heilung ist selten. Zwar gibt es dokumentierte Fälle von Spontanrückbildungen, diese betreffen aber nur etwa 5–13 % der Betroffenen. Mit modernen Therapien lässt sich die IPP jedoch gezielt behandeln, Schmerzen können reduziert, das Fortschreiten gestoppt und die Sexualfunktion oft deutlich verbessert werden.
Ja, in wenigen Fällen (bis 13 %) kann sich die Erkrankung zurückbilden, vor allem in der Frühphase. In den meisten Fällen bleibt die Krümmung jedoch ohne Behandlung bestehen oder nimmt im Verlauf zu. Eine aktive Therapie kann helfen, den Verlauf zu stabilisieren oder zu verbessern.
Zur Verfügung stehen nicht-operative Methoden wie die Stoßwellentherapie (ESWT) oder PRP-/ACP-Injektionen, die auf Geweberegeneration und Schmerzreduktion abzielen. Bei schweren Fällen kommt auch eine operative Korrektur infrage. Welche Therapie sinnvoll ist, hängt vom Stadium der Erkrankung und dem individuellen Befund ab.
Die häufigste Ursache sind Mikroverletzungen des Schwellkörpers – z. B. durch mechanische Belastung beim Sex. Weitere Risikofaktoren sind eine genetische Veranlagung, Diabetes mellitus, Rauchen und Bindegewebserkrankungen wie die Dupuytren-Kontraktur.
Ja, vor allem in der sogenannten akuten Phase kann es zu Schmerzen bei der Erektion kommen. Im späteren Verlauf lassen die Schmerzen meist nach, während die Krümmung und funktionelle Einschränkungen bestehen bleiben.
Die Kosten für eine Operation zur Penisbegradigung hängen von der Methode und dem Aufwand ab. In vielen Fällen handelt es sich um eine individuelle Gesundheitsleistung. Private Krankenkassen übernehmen die Kosten oft anteilig, bei gesetzlich Versicherten erfolgt eine Einzelfallprüfung.
Die operative Korrektur einer IPP erfolgt meist ambulant oder kurzstationär. Der Eingriff selbst dauert in der Regel 1 bis 2 Stunden, abhängig von der gewählten Technik und dem individuellen Befund.
Eine IPP bedeutet nicht das Ende der Sexualität. In vielen Fällen ist Geschlechtsverkehr weiterhin möglich, manchmal mit Einschränkungen. Eine individuelle Beratung hilft dabei, passende Lösungen zu finden. Ziel jeder Therapie ist es, Sexualität möglichst schmerzfrei, funktional und erfüllend zu erhalten oder wiederherzustellen.
Was kann man gegen IPP tun?
Die Induratio Penis Plastica (IPP) ist für viele Männer eine belastende Diagnose, körperlich wie emotional. Aber: Sie ist behandelbar. Je früher die Erkrankung erkannt und gezielt therapiert wird, desto besser lassen sich Beschwerden lindern und Folgeschäden vermeiden. In unserer urologischen Fachpraxis in Esslingen kombinieren wir moderne Verfahren mit individueller Beratung – diskret, empathisch und auf dem neuesten Stand der Medizin. Vereinbaren Sie jetzt einen Termin und machen Sie den ersten Schritt zurück zu mehr Lebensqualität und sexueller Gesundheit.